Stadt Wilhelmshaven

Julius Ferdinand Nakszynski

Julius Ferdinand Nakszynski
Geb.: 5.02.1829 in Tilsit
Todesdaten nicht zu ermitteln
Bürgermeister: 1874-1879

 

Nakszynski war Sohn eines Schneidermeisters.
Im Jahr 1851 begann er, in Königsberg Jura zu studieren, nach der Lehrzeit am Appellationsgericht legte er 1858 sein zweites Examen ab. Die Dritte Staatsprüfung 1863 hat er aber nicht abgeschlossen.
Er übernahm eine untergeordnete Position am Stadtgericht Berlin, später hat er einen Posten in der dortigen Kommunalverwaltung bekommen. Danach wechselte er in das brandenburgische Angermünde und war ab 1865 Bürgermeister. 1868 zog er in die brandenburgische Gemeinde Spermberg.

Nach Einführung der Kommunalverfassung für Wilhelmshaven wurde er im Dezember 1873 vom Bürgervorsteherkollegium zum ersten Bürgermeister der Stadt Wilhelmshaven gewählt. Als sein wichtigster sozialpolitischer Impuls kann die Gründung einer Sparkasse, analog der Sparkasse in Spremberg, gelten. Allerdings scheint er die Aufsicht darüber vernachlässigt zu haben, wie später ermittelte Unterschlagungen vermuten lassen.

Während seiner Amtszeit ist es Nakszynski zudem nicht gelungen, die divergierenden Gemeindeinteressen auszugleichen, vielmehr kam es zu gerichtlichen Auseinandersetzungen zwischen ihm und den Bürgervorstehern. Vor dem Amtsgericht beantragte das Bürgervorsteherkollegium gegen ihn sogar eine disziplinarische Untersuchung wegen Beleidigung, wiederholt musste sich das Amtsgericht mit seinen beleidigenden Äußerungen befassen.

Durch sein unversöhnliches Auftreten leistete er einen Beitrag dazu, dass die Stadt ihren Ruf bei den staatlichen Aufsichtsbehörden diskreditierte und ihre Chance auf die Selbständigkeit verspielte. Erst im Juli 1879 gelang es, dem Bürgermeister gegen eine Abfindung den Abschied zu geben. Zum Ende des Jahres wurde Nakszynski Amtsanwalt in Bromberg.

(Quelle: Personalacta 2104, Wein, Martin: Stadt wider Willen, Heimatlexikon)

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