Stadt Wilhelmshaven

Arthur Grunewald

Geb.: 30.06.1902, gest.: 2.05.1985
Stadtdirektor: 1960-1968
Bürgermeister: 1968-1972 
Oberbürgermeister: 1972-1976

Artur Grunewald  besuchte das Kaiser-Wilhelm-Gymnasium.  Nach der Reifeprüfung absolvierte er eine kaufmännische Lehre und studierte von 1929 bis 1933  Rechts-, Staats- und Wirtschaftswissenschaften an den Universitäten in Berlin, Tübingen und Köln.
Im Jahr 1933 musste er das Studium als Mitglied des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold und des Republikanischen Studentenbundes aufgeben und trat deshalb wieder in das elterliche Geschäft ein. 1940 wurde er zur Luftschutzpolizei eingezogen und tat Dienst in Wilhelmshaven und Danzig.
Bereits im Juni 1945 konnte er in das stark  zerstörte Wilhelmshaven zurückkehren, wo Grunewald im Oktober 1945 seine kommunalpolitische Laufbahn begann. Zunächst wurde er zum Stadtrat in Wilhelmshaven gewählt, zu seinem Dezernat gehörten u.a. die Wirtschaftsförderung, das Ordnungsamt und die Berufsfeuerwehr. Von 1960 bis zu seinem Ausscheiden aus dem Kommunaldienst war Grunewald Stadtdirektor. Danach kandidierte er erfolgreich für den Rat der Stadt, der ihn 1968 zum Bürgermeister wählte. Vier Jahre später, nach seiner Wiederwahl, vertraute ihm der Rat das Amt des Oberbürgermeisters an.
Aus Überzeugung setzte Grunewald auf die wirtschaftliche Zukunft Wilhelmshavens, ihn leitete das Bekenntnis „Wilhelmshaven blickt seewärts“, was zugleich Titel eines Buches mit seinen Schriften  wurde. Ihm gelang es maßgeblich, Wilhelmshaven zu einem Hafen- und Industriestandort an der deutschen Nordseeküste zu machen.
Grunewalds Bemühungen ist u.a. der Bau des Ölhafens, die Jade-Vertiefung sowie der „Hafenauseinandersetzungsvertrag“ über die Eigentumsregelung im Hafengebiet zu verdanken. Auch dank seiner Anstrengungen wurde Wilhelmshaven zum einzigen deutschen Tiefwasserhafen ausgebaut. Daneben galt sein unermüdliches Engagement der Feuerwehr, deren Auf- und Ausbau er intensiv förderte. Deshalb trägt das Feuerwehr- und Katastrophenschutz-Zentrum in der Güterstraße seit 2001 seinen Namen.
 Mit Hilfe des von ihm geleiteten Amtes für Wirtschaftsförderung konnten zahlreiche Betriebe in Wilhelmshaven angesiedelt werden, dazu zählen u.a. die Olympia Werke AG, Krupp Kranbau, Mobil Oil Raffinerie oder das Kraftwerk im Rüstersieler Groden.
Mit zahlreichen Auszeichnungen wurden seine Verdienste und sein Wirken in Verbänden und Organisationen anerkannt. Aus der Hand des damaligen Bundesverkehrsministers Georg Leber erhielt er 1970 die Goldene Ehrennadel der Deutschen Verkehrswacht für seinen Einsatz zugunsten der Verkehrserziehung der Jugend. 1977 verlieh ihm die Stadt Wilhelmshaven das Ehrenbürgerrecht, der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes ernannte ihn für seine 15-jährige Leitungstätigkeit 1980 zum Ehrenvorsitzenden.
Arthur Grunewald gab 1969 das Buch „Wilhelmshaven- Tidekurven einer Seestadt“ heraus, in dem sachkundige Autoren die Entwicklung der Stadt aus verschiedenen Blickwinkeln nachzeichnen und einen Blick in die Zukunft wagen.

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