Stadt Wilhelmshaven

Oberbürgermeister nimmt Stellung zur Kritik

Die Kritik, sich unsensibel in Sachen Klinikum zu verhalten, weist Oberbürgermeister Carsten Feist zurück. Ganz im Gegenteil: Als Aufsichtsratsvorsitzender sei er um maximale Transparenz bemüht und wolle durch die Schaffung einer sinnvollen Übergangslösung zum Wohle der Mitarbeitenden endlich Ruhe in das Klinikum bringen. Den Auftrag für die Suche eines Nachfolgers in der Geschäftsführung hat er vom Aufsichtsrat erhalten. „Und diesen Auftrag setze ich selbstverständlich um."

Im Einvernehmen mit dem derzeitigen alleinigen Geschäftsführer Oliver Leinert ist dabei die Überlegung gereift, eine Zwischenlösung zu finden, die das operative Geschäft des Klinikums bis zur Einstellung eines neuen Geschäftsführers verantwortet. „Ich bin Oliver Leinert sehr dankbar, dass er sich als Bau-Geschäftsführer bereit erklärt hat, sich der zusätzlichen Verantwortung gemeinsam mit den Führungskräften in dieser schwierigen Situation zu stellen. Wir sind uns aber einig, dass dies keine dauerhafte Lösung sein kann. Schließlich haben wir ja bewusst auf Grundlage eines Ratsbeschlusses die Bereiche „Neubau" und „laufender Betrieb" innerhalb der Geschäftsführung voneinander getrennt, weil jedes Aufgabenpaket für sich bereits sehr viel Aufmerksamkeit einfordert." Feist betont, dass alle Schritte und Stellungnahmen stets zwischen dem Geschäftsführer und Aufsichtsratsvorsitzenden eng abgestimmt werden. „Wir pflegen eine wirklich vertrauensvolle Zusammenarbeit, die ich sehr zu schätzen weiß."

Um den Aufsichtsrat frühestmöglich in die Überlegungen mit einzubeziehen, wurde das Gremium bereits in seiner letzten Sitzung im Dezember involviert und zur Meinungsbildung eingeladen. Ein Unternehmen aus Schleswig-Holstein hatte sich dem Gremium zunächst unverbindlich vorgestellt und Modelle einer möglichen Interimsgeschäftsführung skizziert. „Es ist Aufgabe des Aufsichtsrates, sich umfassend mit verschiedenen Handlungsoptionen zu befassen, um den besten Weg für eine solide und dauerhafte Geschäftsführung des Klinikums zu entscheiden." Die Eindrücke aus dieser Vorstellung sowie die generellen Überlegungen, eine Interimslösung zu schaffen, werden von den Aufsichtsratsmitgliedern derzeit mit ihren Fraktionen diskutiert. Ende Januar wird sich der Aufsichtsrat dann ein weiteres Mal mit diesem Thema beschäftigen.

Bereits am Montag hatte Oberbürgermeister Feist auf die Berichterstattung reagiert und klargestellt, dass eine Veränderung des Personalbestands derzeit kein Thema sei. Auch Klinik-Geschäftsführer Leinert hatte dies in einer Mitteilung bestärkt. Ein Personalabbau sei ausschließlich von außen thematisiert worden – zu keinem Zeitpunkt jedoch innerhalb des Klinikums oder der Stadtverwaltung.

Feist stellt klar, dass er hinter dem Klinikum und dem Personal steht. „Ich bin um die Aufarbeitung von Altlasten und eine sichere Perspektive für das Klinikum bemüht. Das geht nur in vertrauensvoller Zusammenarbeit aller Beteiligten, für die ich weiterhin aktiv eintreten werde."

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