Stadt Wilhelmshaven

Einsatzkräfte zeigen der Respektlosigkeit die Rote Karte

Egal ob Beleidigung, Respektlosigkeit oder körperlicher Angriff – Polizisten, Rettungs- sowie Einsatzkräfte und Ordnungsdienstmitarbeitende müssen sich bei ihrer Arbeit immer mehr gefallen lassen. Dass das Fass ist voll, finden die Betroffenen schon lange. Nachdem in der Silvesternacht Polizisten im Einsatzdienst verletzt worden sind, wollen die Behörden und Hilfsorganisationen in der Region nun gemeinsam tätig werden und den Aggressoren die Rote Karte zeigen. Polizei, Feuerwehren, Rettungs- und Ordnungsdienste sowie die Notfallseelsorge aus Wilhelmshaven und Friesland kamen jetzt der Einladung von Oberbürgermeister Carsten Feist nach, um gemeinsam Ideen zu entwickeln, wie die Institutionen ihre haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden besser schützen können. In einem regen Austausch wurden konkrete Maßnahmen entwickelt, die nun umgesetzt werden sollen.


Polizei, Feuerwehren, Rettungs- und Ordnungsdienste sowie die Notfallseelsorge aus Wilhelmshaven und Friesland kamen jetzt der Einladung von Oberbürgermeister Carsten Feist (Fünfter von rechts), bei einem Runden Tisch Maßnahmen zu entwickeln, um Ehren- und Hauptamtliche gegen Übergriffe zu schützen

 

Schnell war klar, dass das gesamtgesellschaftliche Problem des mangelnden Respekts und der sinkenden Hemmschwelle von den Behörden und Institutionen nicht lokal gelöst werden könnte. Trotzdem muss ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, was „normal" und was eben nicht normal ist. Auch Pöbeleien und verbale Attacken überschreiten die Grenzen des Anstands und Respekts. Deswegen sollen nun institutionsübergreifend Schulungsangebote aufgelegt werden, bei denen die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden lernen, wie sie deeskalierend mit schwierigen Situationen umgehen und sich selbst behaupten können. Doch nicht nur die Prävention wurde in den Blick genommen, auch nach einem Übergriff sollen die Betroffenen nicht allein gelassen werden. Zuhören und Ernstnehmen, rechtliche Hilfestellung, aber auch eine schnelle Strafverfolgung müssen gewährleistet werden. Dazu wird nun in einem nächsten Schritt das Gespräch mit der Justiz gesucht. Oberbürgermeister Feist sagte zu, sich seinerseits mit seinen niedersächsischen Amtskollegen austauschen und zusammenschließen zu wollen, um über die Verbandsarbeit auf eine zügige Strafverfolgung hinzuwirken. Denn nur, wenn Täter die Konsequenzen ihres Handelns zeitnah und konsequent erfahren, wirke sich das abschreckend auf mögliche Nachahmer aus. Außerdem, so waren sich die Anwesenden einig, sei das gleichzeitig ein wichtiges Signal gegenüber den Betroffenen, dass sie Übergriffe eben nicht als „normal" – und somit als Bestandteil ihrer Arbeit – hinnehmen müssen.

Bild: Polizei, Feuerwehren, Rettungs- und Ordnungsdienste sowie die Notfallseelsorge aus Wilhelmshaven und Friesland kamen jetzt der Einladung von Oberbürgermeister Carsten Feist (Fünfter von rechts), bei einem Runden Tisch Maßnahmen zu entwickeln, um Ehren- und Hauptamtliche gegen Übergriffe zu schützen.

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