Stadt Wilhelmshaven

Einsatzstab bittet um Entschuldigung für falsch erteilte Auskunft

Welch weite Kreise eine fehlerhafte Auskunft ziehen kann, musste eine Person aus der Schülerschaft der IGS-Oberstufe zum Beginn des Schuljahres erfahren. Die betroffene Person hatte den Urlaub in einem Risikogebiet mit einer kleinen Reisegruppe verbracht. Die Mitglieder der Reisegruppe hatten weiterhin Kontakte gepflegt, weswegen nach dem Vorliegen der positiven Corona-Testergebnisses der Person aus der Schülerschaft der IGS die Oberstufe zunächst nicht wieder in den regulären Schulbetrieb gehen konnte.

Wie sich mittlerweile herausgestellt hat, hatte die Stadtverwaltung zuvor versehentlich telefonisch einem Mitglied der Reisegruppe eine falsche Auskunft erteilt und den Urlaubsort auf Nachfrage als Nicht-Risikogebiet eingestuft. Dies hatte dann in der Reisegruppe dazu geführt, dass sich auch die anderen Mitreisenden nicht in Quarantäne begeben hatten. „Für die falsche Auskunft bitten wir aufrichtig um Entschuldigung", führt Oberbürgermeister Carsten Feist im Namen des Einsatzstabes aus. „Das ist ein Fehler, der leider die Weichen für eine Reihe weiterer persönlicher Fehleinschätzungen der Betroffenen gestellt hat." Denn unabhängig von der Quarantäne-Frage wurde gegen die bestehenden Kontaktbeschränkungen verstoßen und somit weitere Ansteckungen unwissentlich riskiert. Festzuhalten bleibt aber, dass die Person aus der Schülerschaft der IGS letztlich selbstständig um einen Test gebeten hatte.

„Wir hatten nach Bekanntwerden dieses Corona-Falls bewusst deutliche Worte gewählt, um vor allem Gleichaltrige darauf aufmerksam zu machen, dass das persönliche Verhalten immer auch Auswirkungen auf Dritte hat." Diese deutliche Wortwahl hatten dann wiederum vor allem in den sozialen Netzwerken, aber offensichtlich auch im Umfeld der Schule eigentlich Unbeteiligte aufgegriffen, um die Person aus der Schülerschaft der IGS-Oberstufe persönlich zu diffamieren. „Es lag zu keiner Zeit in unserer Absicht, diese emotionale Kette auszulösen. Genau aus dem Grund hatten wir uns mit weiteren Angaben zur Identität der Person auch bewusst zurückgehalten und beispielsweise den Medien gegenüber keine Auskünfte zu Geschlecht oder Alter gegeben."

Dabei war eine Entwicklung vorangegangen, die der Einsatzstab mit Sorge beobachtet hatte: „Egal ob im Sommer am Banter See oder im privaten Umfeld: Nach einem halben Jahr Corona-Alltag haben wir verstärkt feststellen müssen, dass sich gerade junge Menschen in großen Gruppen getroffen haben, um gemeinsam ihre Zeit zu verbringen. Dabei wurden Personenbegrenzungen und Abstandsregelungen viel zu oft nicht beachtet", führt Feist weiter aus. „Wie wir mittlerweile wissen, hatten wir die Sorgen leider zu Recht: Bundesweit haben sich aus Zusammenkünften zumeist junger Menschen mittlerweile Ansteckungsketten ergeben, die die Fallzahlen nach oben treiben."

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