Stadt Wilhelmshaven

Jugendliche scheitert einmal beim Alkoholkauf, in sieben von acht Fällen erhält sie Alkohol

Unzufrieden mit dem Ergebnis der jüngsten Alkohol-Testkäufe sind Jugendamt und Polizei: Nachdem beim ersten Durchgang Anfang des Jahres noch die deutliche Mehrzahl der Verkäufer keinen Alkohol an die minderjährigen Testkäufer abgegeben hatte, konnte die 14-jährige Probandin nun in sieben von acht Versuchen Alkohol kaufen. Nur an einem Kiosk scheiterte sie am Verkaufspersonal, das sich ordnungsgemäß an die Vorgaben des Jugendschutzes hielt. Die „Beute" reichte von einer Flasche Bier bis zu einer Flasche Wodka. Im Fokus der Jugendschutz-Kontrollen waren Kioske, Tankstellen, Vollsortimenter, Getränkemärkte sowie Discounter.

Besonders erschreckend ist für Heike Oltmanns vom Jugendamt der Stadt Wilhelmshaven, dass in den getesteten Verkaufsstellen an den Kassen die Frage nach der Payback-Karte häufiger gestellt wurde als die nach dem Ausweis. Sie hofft, dass die Betreiber spätestens nach diesem ernüchternden Ergebnis ihr Verkaufspersonal erneut schulen werden. Und damit die Alterskontrolle einen ähnlich hohen Stellenwert bekommt wie der, der jetzt bereits kommerziellen Punktesammelsysteme beigemessen wird. Entsprechende Jugendschutz-Schulungen werden beispielsweise kostenlos von der Stadt angeboten.

Gegen die Verkaufsstellen, die der Jugendlichen Alkohol verkauft haben, wurden Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Die Bußgeldbescheide werden ihnen in den kommenden Tagen zugestellt.