Gespinste in Bäumen und Büschen – harmlos?
Wer in der letzten Zeit aufmerksam durch die Natur spaziert ist, hat bestimmt kleine Raupen oder netzartige Gebilde in den Büschen bemerkt. Dabei handelt es sich in vielen Fällen um die Gespinstmotte. Die schwarz-gepunkteten, gelben Larven der Gespinstmotte fressen sich durchs Blattgrün, Pfaffenhütchen, Weiß- und Rotdorn und andere Laubgehölze und futtern diese oft auch ganz kahl. Dabei schützen sie sich mit einem gesponnenen großflächigen Netz vor der Witterung und auch vor Fressfeinden.
Trotz des gespenstischen Anblicks besteht kein Grund zur Sorge. Gespinstmotten sind im Gegensatz zum Eichenprozessionsspinner für Menschen und Tiere harmlos - sie haben keine Brennhaare. Auch die betroffenen Bäume und Sträucher erholen sich in der Regel wieder und treiben nach der Verpuppung der Raupen wieder aus. Ärgerlich ist der Befall jedoch beispielsweise für Besitzer*innen von Obstbäumen – es droht ein Ernteausfall. Die Fachleute des städtischen Eigenbetriebs TBW raten dennoch nicht zu chemischen Bekämpfungsmittel, sondern empfehlen auf die natürlichen Fressfeinde, insbesondere Meisen und verschiedene Wespenarten, zu vertrauen.
Die Motten, die aussehen wie ein weißer Falter mit schwarzen Punkten und braunem Flügelunterteil, und ihre Raupen verschwinden meist bis Mitte/Ende Juli von selbst. Gespinstmotten gibt es weltweit, in Europa leben etwa über 100 Arten.