Kommunale Gleichstellungsarbeit stärkt Demokratie und Zusammenhalt
Der zunehmende Antifeminismus ist ein gefährliches Problem für die Gleichstellung und in Folge auch für die Demokratie. Zwei Tage lang beschäftigten sich rund 500 kommunale Gleichstellungsbeauftragte aus ganz Deutschland bei der Bundeskonferenz mit diesem Thema und weiteren zentralen Herausforderungen der Gleichstellungsarbeit. Auch Wilhelmshavens stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte Nele Sophie Bulla hat an der Bundeskonferenz teilgenommen und sagt: „Antifeminismus ist kein Randphänomen und zieht sich quer durch alle Bereiche der Gesellschaft."
Ziel des Antifeminismus sei es, Frauenrechte zu beschneiden und tradierte Rollenbilder wieder aufleben zu lassen. Frauen würden diffamiert, Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen und Frauen in der Öffentlichkeit angegriffen, Lehrinhalte von Schulen und Universitäten bekämpft oder die Pflicht zur Bestellung kommunaler Gleichstellungsbeauftragter infrage gestellt. Antifeminismus bedrohe die Grundsätze der Verfassung, heißt es in der Lübecker Erklärung, die im Rahmen der Bundeskonferenz veröffentlicht wurde. Darin wird unter anderem eine Kampagne gegen Frauenverachtung und geschlechtsspezifische Gewalt gefordert, gezielte Kinder- und Jugendarbeit zur Stärkung eines diskriminierungsfreien Zusammenlebens sowie eine konsequente Bekämpfung jeglicher Form von Antifeminismus. „Das ist wichtig, weil ich als kommunale Gleichstellungsbeauftragte vor Ort erlebe, wie frauenfeindliche Einstellungen den gesellschaftlichen Zusammenhalt schwächen und Menschen einschüchtern", sagt Nele Bulla.
Mit der Lübecker Erklärung und der Verabschiedung von mehr als 30 Anträgen richteten die kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten klare Forderungen an die Politik. Dazu gehört unter anderem zum Beispiel ein Nationaler Aktionsplan gegen Antifeminismus, die Unterstützung von Alleinerziehenden oder die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen. „Alle diese Themen brauchen Antworten und schnelles politisches Handeln, damit Gleichstellung auch vor Ort wirksam umgesetzt werden kann", so Nele Bulla.
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Über 500 Personen nahmen an der Bundeskonferenz der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten in Lübeck teil. Foto: BAG/Susanne Hübner