Stadt Wilhelmshaven

Jugendkonferenz 2011

6. Wilhelmshavener Jugendkonferenz macht Lücken in der Bildungslandschaft aus

Die soziale und berufliche Integration besonders problematischer Jugendlicher stand im Mittelpunkt der sechsten Wilhelmshavener Jugendkonferenz am vergangenen Freitag im „Le Patron“ am Sportforum. Unter dem Titel „Brücken in der Bildungslandschaft“ diskutierten mehr als 60 Vertreterinnen und Vertreter der Schulen, Verwaltung, Wirtschaft, Bildungsträger, Jugendsozialarbeit und Jugendberufshilfe aus Wilhelmshaven und Friesland Probleme und Lösungswege im Umgang mit jenen benachteiligten Jugendlichen, die sich allen Anstrengungen zum Trotz kaum mehr in soziale Zusammenhänge oder gar in den Arbeitsmarkt integrieren lassen.

In einem Impulsreferat beleuchtete Sven Pieper vom Regionalen Übergangsmanagement Wilhelmshaven-Friesland zunächst den Zusammenhang von Bildung und sozialer Situation in Wilhelmshaven auf einer statistischen Grundlage und richtete den Blick der Expertinnen und Experten auf die vorhandenen Lücken in der Bildungslandschaft. Besonders problematisch ist der hohe Anteil von Empfängern staatlicher Unterstützungsleistungen, vor allem bei Jugendlichen. Die Kinderarmut in Wilhelmshaven ist die höchste in Niedersachsen, die verfügbaren Einkommen liegen deutlich unter dem Landesschnitt. Häufig prekäre materielle Verhältnisse verschlechtern die Bildungschancen junger Menschen, fehlende Schulabschlüsse verhindern den Übergang in die Ausbildung,  die Jugendlichen verharren in Perspektivlosigkeit und Passivität, nicht selten im Zusammenspiel mit einer Suchtproblematik.

Im Rahmen eines von Guido Stolle aus Wolfsburg moderierten „World Cafés“ entwickelten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer anschließend Ansätze zur Unterstützung benachteiligter Kinder, zur familiären Förderung beruflicher Integration sowie zur sozialen Eingliederung gescheiterter junger Menschen. Als Ergebnis bildete sich eine Reihe von Arbeitsgruppen, die die Arbeit der Jugendkonferenz fortsetzen. Themen sind hier interkulturelle Elternarbeit, die bessere regionale Vernetzung der Schulsozialarbeit sowie die engere Verknüpfung von Schule und Wirtschaft.

Wilhelmshaven ist eine der wenigen Kommunen bundesweit, in der seit 2006 regelmäßig eine Jugendkonferenz durchgeführt wird. Erste regionale Jugendkonferenzen entstanden im Zuge der Arbeitsmarktreformen mit der Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe. Ziel ist die enge lokale Zusammenarbeit aller Akteure, die mit der beruflichen Integration junger Menschen befasst sind.

Veranstalter der Jugendkonferenz ist das Job-Center Wilhelmshaven, organisatorisch unterstützt durch  Vertreterinnen und Vertreter des Jugendamtes und der Wirtschaftsförderung der Stadt Wilhelmshaven, der Gesellschaft für Arbeitsvermittlung und Qualifizierungsförderung, der Beka - Gesellschaft für soziale und berufliche Integration sowie des Regionalen Übergangsmanagements Wilhelmshaven-Friesland.

Pressekontakt:

Petra Heiler-Klene
Gesellschaft für Arbeitsvermittlung und Qualifizierung
Tel. 04421-75817803