Stadt Wilhelmshaven

FAQ zum Verdachtspunkt einer Kampfmittelaltlast in Wilhelmshaven, Kirchreihe

Was ist ein Kampfmittel und warum spricht man von Kampfmittelaltlasten?

Landkampfmittel wie Granaten, Panzerfäuste und Minen sowie alte Munition, Munitionsreste und insbesondere Bombenblindgänger, die in den Weltkriegen über der Stadt niedergegangen, aber nicht explodiert sind, sind noch heute im Erdreich zu finden. Sie haben von ihrer Gefahr prinzipiell nichts eingebüßt und müssen deswegen von den Experten der Kampfmittelbeseitigung entschärft und entfernt werden.

Geht von den Kampfmittelaltlasten eine Gefahr aus?

Überall dort, wo Kampfmittel liegen könnten, besteht ein gewisses Risiko. Durch das Auftauchen eines sogenannten Verdachtspunktes ist die Gefahr aber keinesfalls größer als an anderen Orten. Denn solange keine großen Erschütterungen oder Tiefbauarbeiten erfolgen, verbleibt der verdächtige Gegenstand in seiner ruhigen Position.

Was ist ein Verdachtspunkt?

Liegen Hinweise vor, dass an einer Örtlichkeit Kampfmittel liegen könnten, geht das zuständige Ordnungsamt diesen Hinweisen nach. Grundlage für Verdachtspunkte sind oftmals historische
Luftbildauswertungen seitens des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Niedersachsen, aber auch Zeitzeugenaussagen.

Wie verhält es sich mit dem Verdachtspunkt in der Kirchreihe?

Nachdem die Stadt Wilhelmshaven entsprechende Hinweise von Zeitzeugen erhalten hat, dass in der Kirchreihe im Zweiten Weltkrieg eine Bombe niedergegangen war, wurden zunächst Bilddokumente
recherchiert. Diese sowie erste Erkundungsmaßnahmen bestätigten den Verdacht, dass hier im Zweiten Weltkrieg ein Bombeneinschlag erfolgt ist. Mit einem hohen Material- und Zeitaufwand wird nun untersucht, ob tatsächlich eine Kampfmittelaltlast vorliegt. Dazu müssen weitergehende Sondierungsmaßnahmen durchgeführt werden.

Warum spricht man zunächst von einem Verdacht?

Ob sich im Erdreich wirklich ein Kampfmittel befindet, kann erst mit Sicherheit gesagt werden, wenn der Gegenstand erforscht wurde. Dazu gibt es verschiedene technische Möglichkeiten – beispielsweise kann dafür eine Sonde genutzt oder ein Loch bzw. Tunnel gegraben werden, um sich dem Gegenstand anzunähern. Bei diesen sogenannten Sondierungsmaßnahmen wird festgestellt, aus welchem Material der Gegenstand ist, welche Form und welchen Inhalt er hat.

Was passiert, wenn sich der Verdacht erhärtet?

Wird der Verdacht bestätigt, entscheiden die Experten des Niedersächsischen  Kampfmittelbeseitigungsdienstes über die weitere Vorgehensweise, in der Regel wird das Objekt entschärft und geborgen. In Wohngebieten ist es üblich, dass während dieser Tätigkeiten die umliegenden Häuser evakuiert werden – schließlich genießt die Sicherheit der Anwohner oberste Priorität.

Sollte es in der Kirchreihe zu einer Evakuierung kommen, informiert die Stadt die Anwohner rechtzeitig.

Wie lange kann sich das Verfahren bis zur abschließenden Kenntnis über den Verdachtspunkt hinziehen?

Dieses hängt von den Rahmenbedingungen ab, bei diesem Verdachtspunkt sind umfangreiche Vorarbeiten notwendig, um sich zunächst dem konkreten Verdachtspunkt zu nähern. Von daher kann die Gesamtmaßnahme noch mehrere Monate andauern. Es gilt stets der Grundsatz Sicherheit steht vor allen denkbaren Maßnahmen!