Stadt Wilhelmshaven

FAQ zum Verdachtspunkt einer Kampfmittelaltlast in Wilhelmshaven, Kirchreihe

Wichtige Hinweise zur bevorstehenden Evakuierung am Sonntag, 29. Juli 2018.

Nachdem die Stadt Wilhelmshaven Hinweise von Zeitzeugen erhalten hat, dass in der Kirchreihe im Zweiten Weltkrieg eine Bombe niedergegangen war, wird der Kampfmittelbeseitigungsdienst nun versuchen, das Objekt zu bergen. Alle Anwohner/innen, die in einem Umkreis von 500 Metern leben (siehe Karte), müssen das Gebiet während der Bergungsmaßnahme zu ihrer eigenen Sicherheit verlassen.

Was ist ein Kampfmittel und warum spricht man von Kampfmittelaltlasten?

Landkampfmittel wie Granaten, Panzerfäuste und Minen sowie alte Munition, Munitionsreste und insbesondere Bombenblindgänger, die in den Weltkriegen über der Stadt niedergegangen, aber nicht explodiert sind, sind noch heute im Erdreich zu finden. Sie haben von ihrer Gefahr prinzipiell nichts eingebüßt und müssen deswegen von den Experten der Kampfmittelbeseitigung entschärft und entfernt werden.

Geht von den Kampfmittelaltlasten eine Gefahr aus?

Überall dort, wo Kampfmittel liegen könnten, besteht ein gewisses Risiko. Durch das Auftauchen eines sogenannten Verdachtspunktes ist die Gefahr aber keinesfalls größer als an anderen Orten. Denn solange keine großen Erschütterungen oder Tiefbauarbeiten erfolgen, verbleibt der verdächtige Gegenstand in seiner ruhigen Position.

Was ist ein Verdachtspunkt?

Liegen Hinweise vor, dass an einer Örtlichkeit Kampfmittel liegen könnten, geht das zuständige Ordnungsamt diesen Hinweisen nach. Grundlage für Verdachtspunkte sind oftmals historische
Luftbildauswertungen seitens des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Niedersachsen, aber auch Zeitzeugenaussagen.

Wie verhält es sich mit dem Verdachtspunkt in der Kirchreihe?

Nachdem die Stadt Wilhelmshaven entsprechende Hinweise von Zeitzeugen erhalten hat, dass in der Kirchreihe im Zweiten Weltkrieg eine Bombe niedergegangen war, wurden zunächst Bilddokumente
recherchiert. Diese sowie erste Erkundungsmaßnahmen bestätigten den Verdacht, dass hier im Zweiten Weltkrieg ein Bombeneinschlag erfolgt ist. Mit einem hohen Material- und Zeitaufwand wird nun untersucht, ob tatsächlich eine Kampfmittelaltlast vorliegt. Dazu müssen weitergehende Sondierungsmaßnahmen durchgeführt werden.

Warum spricht man zunächst von einem Verdacht?

Ob sich im Erdreich wirklich ein Kampfmittel befindet, kann erst mit Sicherheit gesagt werden, wenn der Gegenstand erforscht wurde. Dazu gibt es verschiedene technische Möglichkeiten – beispielsweise kann dafür eine Sonde genutzt oder ein Loch bzw. Tunnel gegraben werden, um sich dem Gegenstand anzunähern. Bei diesen sogenannten Sondierungsmaßnahmen wird festgestellt, aus welchem Material der Gegenstand ist, welche Form und welchen Inhalt er hat.

Was passiert, wenn sich der Verdacht erhärtet?

Wird der Verdacht bestätigt, entscheiden die Experten des Niedersächsischen  Kampfmittelbeseitigungsdienstes über die weitere Vorgehensweise, in der Regel wird das Objekt entschärft und geborgen. In Wohngebieten ist es üblich, dass während dieser Tätigkeiten die umliegenden Häuser evakuiert werden – schließlich genießt die Sicherheit der Anwohner oberste Priorität.

Bergung des Objektes in der Kirchreihe am 29. Juli

Am 29. Juli 2018 wird der Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen versuchen, das Objekt zu bergen. Dafür ist eine Evakuierung notwendig.

Alle Anwohner/innen, die in einem Umkreis von 500 Metern leben (siehe Karte), müssen das Gebiet während der Bergungsmaßnahme zu ihrer eigenen Sicherheit verlassen.

Für alle betroffenen Anwohner/innen gilt:

  • Die Evakuierung findet statt am Sonntag, 29. Juli 2018. Bitte verlassen Sie Ihr Haus an diesem Tag bis 9 Uhr.
  • Sie können sich außerhalb des Räumungsgebietes frei bewegen. Im Neuen Gymnasium Wilhelmshaven (NGW) im Mühlenweg 63/65 richten wir Aufenthaltsräume für Sie ein. Hier können Sie solange bleiben, bis Sie wieder zurück in Ihr Haus können, und werden währenddessen von freiwilligen Helfer/innen mit Essen und Getränken versorgt.
  • Leider können wir Ihnen im Vorfeld keine verlässliche Auskunft geben, wie lange die Evakuierung dauern wird. Rechnen Sie bitte damit, dass eine Rückkehr erst am (späten) Nachmittag möglich sein wird.
  • Die örtlichen Medien, die lokalen Radiosender sowie die Online- und Social-Media-Kanäle der Stadt Wilhelmshaven werden über das Ende der Maßnahme umgehend berichten. So erfahren Sie schnell, ab wann Sie wieder zurück in Ihr Haus können.
  • Wenn Sie möchten, fahren wir Sie zum NGW und anschließend auch wieder zurück. Dafür stehen ab 8 Uhr Kleinbusse der Hilfsorganisationen an folgenden Einstiegsstellen für Sie bereit:Bülowstraße 17Lutherkirche (Brommystraße)Hegelstraße 57Berliner Straße/ tom-Brok-Straße

Wichtig: Sollten Sie beim Verlassen des Hauses und/oder beim Transport zum NGW Hilfe benötigen, rufen Sie bitte im Vorfeld unser Bürgertelefon unter 04421 161616 an. Dann organisieren wir gerne eine Hilfestellung für Sie.

Unser Bürgertelefon steht Ihnen darüber hinaus für alle weiteren Fragen rund um die Evakuierung zur Verfügung. Sie erreichen es unter der Nummer 04421 161616 zu folgenden Zeiten:

montags bis donnerstags: 8.30 bis 15.30 Uhr

freitags: 8.30 bis 12.30 Uhr

Am Wochenende der Evakuierung ist das Bürgertelefon am Samstag, 28. Juli, von 8.30 bis 15.30 Uhr und am Sonntag, 29. Juli, von 6 Uhr bis zum Ende der Evakuierung besetzt.

Daran sollten Sie während der Evakuierung denken:

  • Nehmen Sie Ausweispapiere und die wichtigsten Medikamente mit.
  • Nehmen Sie für Kleinkinder einen Grundvorrat (z.B. Windeln, Nahrung, Spielzeug) mit.
  • Kleiden Sie sich der Jahreszeit angemessen.
  • Denken Sie auch an Ihr Haustier: Füttern Sie es und nehmen es ggf. beim Verlassen des Hauses mit.
  • Falls Sie die Aufenthaltsräume im NGW aufsuchen wollen, bringen Sie Ihr Haustier vorher bitte bei Verwandten oder Bekannten unter, da Tiere hier nicht mitgeführt werden dürfen.
  • Wer unbefugt im Evakuierungsgebiet verbleibt, begibt sich in Gefahr. Behördliche Schutzmaßnahmen können wir hier nicht mehr erbringen.
  • Denken Sie auch an Ihre Nachbarn.
  • Und das Wichtigste:
    Bewahren Sie Ruhe und folgen Sie unbedingt den Anweisungen der Ordnungs- und Einsatzkräfte.

Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Für Fragen rund um die Evakuierung steht Ihnen unser Bürgertelefon zur Verfügung. Sie erreichen es unter der Nummer 04421 161616 zu folgenden Zeiten:

  • montags bis donnerstags: 8.30 bis 15.30 Uhr
  • freitags: 8.30 bis 12.30 Uhr