Stadt Wilhelmshaven

08.12.2022

11.30

Uhr

Eröffnung der Sonderausstellung: Vom Ihr zum Wir. Flüchtlinge und Vertriebene im Niedersachsen der Nachkriegszeit

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gehörte nicht nur der Wiederaufbau, sondern auch die Integration von Kriegsflüchtlingen zu den herausforderndsten Aufgaben, die es zu bewältigen galt. Wie genau dies in Niedersachsen aussah, ist Thema der aktuellen Sonderausstellung im Deutschen Marinemuseum.
Die Gründung des Landes Niedersachsen im Jahre 1946 bedeutete nicht nur den Zusammenschluss von vier zuvor selbständigen Regionen, sondern auch die Versorgung von zusätzlichen knapp 2 Millionen Menschen, die aus den Ost- und Siedlungsgebieten in den Westen geflohen waren oder von dort vertrieben wurden. In Zeiten des Mangels, der West- wie Ostdeutsche gleichermaßen traf, war dies eine große Herausforderung. Der Anfang in dem kriegszerstörten Land war schwer. Die Neubürgerinnen und Neubürger konkurrierten mit den Einheimischen um knappe Ressourcen wie Wohnraum und Nahrung. Gleichzeitig halfen sie durch ihre Arbeitskraft, das Land wiederaufzubauen. Die Ausstellung zeigt auf, welche Beiträge die Flüchtlinge und Heimatvertriebenen für die Gründung und die Entwicklung des Landes geleistet haben. Gerade in den Bereichen Wirtschaft und Kultur stellte der Zuzug von Flüchtlingen und Vertriebenen eine Bereicherung für das Land Niedersachsen dar. Religiöse Differenzen trugen zur gelebten Ökumene bei. Die Ankunft der Flüchtlinge und Vertriebenen lässt sich bis heute an vielen Straßennamen mit ostdeutschem Bezug und den neu entstandenen Flüchtlingssiedlungen ablesen. Die Ausstellung erzählt Geschichten, die exemplarisch die großen Anstrengungen verdeutlichen, die den Weg vom „Ihr“ zum „Wir“ - einer neuen Gemeinschaft - geprägt haben. Eine Gemeinschaft, in der die Wurzeln von jedem vierten Niedersachsen oder jeder vierten Niedersächsin bis in die Ost- und Siedlungsgebiete zurückzuverfolgen und deren Einfluss bis heute in der DNA-Niedersachsens zu finden ist.
Die Wanderausstellung entstand im Rahmen des Projektes „Herkunft. Heimat. Heute.“ des Museumsverbandes für Niedersachsen und Bremen e. V. anlässlich des 75jährigen Jubiläums des Landes Niedersachsen. Ergänzt wird diese Ausstellung im Deutschen Marinemuseum um eine marinehistorische Komponente, die sich u.a. mit der Flucht über die Ostsee beschäftigt.

Die Eröffnung der Ausstellung findet am 8. Dezember um 11:30 Uhr im Sonderausstellungsraum des Deutschen Marinemuseums öffentlich statt, Gäste sind herzlich willkommen.
 
Die Ausstellung wurde aus Mitteln des Landes Niedersachsen und aus § 96-Mitteln des Bundes finanziert. Projektpartner sind die Landesbeauftragte für Heimatvertriebene, Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler, Editha Westmann (MdL), und das Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Oldenburg.

Beginn

08.12.2022, 11:30 Uhr
Wilhelmshaven

Erreichbarkeit

Veranstaltungsort

Deutsches Marinemuseum
Südstrand 125
26382 Wilhelmshaven

Veranstalter

Deutsches Marinemuseum
Südstrand 125
26382 Wilhelmshaven

Telefon: +49 4421 / 400840
Fax: +49 4421 / 41063
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