Stadt Wilhelmshaven

12.02.2019

18.45

Uhr

vhs.webinar: Vom Regen in die Traufe und danach - Zur Rezeption des Bauhauses von 1933 bis heute

vhs.webinar: Vom Regen in die Traufe und danach - Zur Rezeption des Bauhauses von 1933 bis heute - Kurs-Nr. 2172 Archi...
vhs.webinar: Vom Regen in die Traufe und danach - Zur Rezeption des Bauhauses von 1933 bis heute - Kurs-Nr. 2172

Architektur und Design im 20. Jahrhundert

Das Bauhaus war eine der einflussreichsten Gestaltungshochschulen des 20. Jahrhunderts. Es gehört zu den Besonderheiten des Bauhauses, dass es Kunst und Design unter der Idee einer "Einheits-kunstschule" bündelte und sich für verschiedene internationale Strömungen öffnete. Unter dem zuneh-menden Druck der Nationalsozialisten entschieden sich viele Bauhausmeister und -schüler nach der endgültigen Auflösung des Bauhauses im Juli 1933 zur Emigration. Auch durch ihre Lehrer und Schü-ler, durch bestehende und neue Netzwerke im In- und Ausland wirkten die Bauhaus-Ideen weit über das Bestehen der Schule hinaus. In den USA bildete sich die zahlenmäßig stärkste Bauhaus-Nach-folge: Josef und Anni Albers lehrten am Black Mountain College in North Carolina; in Chicago arbeite-ten Ludwig Mies van der Rohe, Ludwig Hilberseimer und Walter Peterhans am Armour Institute of Technology und László Moholy-Nagy am New Bauhaus; Walter Gropius betreute die Architekturabtei-lung der Harvard Graduate School of Design. Im Zentrum dieses Webinars stehen die Nachwirkungen des Bauhauses im geteilten Deutschland. In beiden Systemen prägten die grundlegenden Erfahrungen der Moderne durch den Deutschen Werk-bund und das Bauhaus die Theorien und die Praxis der Gestaltung. Nach 1945 fanden die Ideen der Bauhaus-Moderne im geteilten Deutschland eine Rezeption, in der sich jedoch die Besonderheiten der beiden ideologisch unterschiedlichen politisch-wirtschaftlichen Systeme deutlich widerspiegeln. Im Westen wurde das Bauhaus als Leitbild der Internationalen Moderne, im Osten dagegen als Agent der kapitalistischen Industrie gesehen. Ehemalige Bauhäusler waren in der Lehre in beiden Teilen Deutschlands aktiv: im Westen geehrt, im Osten unterdrückt. In der BRD setzte die 1953 eröffnete Hochschule für Gestaltung (HfG) Ulm Idee und Lehre des Bauhauses aktualisiert fort; in der Bauhaus-zeit entworfenen Gebrauchsgegenstände wurden in Reedition als "Designklassiker" produziert: die Tischlampe von Carl Jakob Jucker und Wilhelm Wagenfeld, die Sitzmöbel Marcel Breuers oder die Lampen von Marianne Brandt und Hin Bredendieck. In der DDR dagegen verhinderte der sozialisti-sche Realismus mit der sogenannten Formalismus-Debatte lange Zeit eine Fortführung der Bauhaus-Moderne. Erst in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre setzte in der DDR allmählich eine Neubewertung ein, die 1976 mit dem 50-jährigen Jubiläum und der Rekonstruktion des Dessauer Bauhauses eine offizielle Anerkennung fand. Somit konnte sich das Bauhaus-Erbe schließlich in beiden Teilen Deutschlands durchsetzen.

Beginn

12.02.2019, 18:45 Uhr
Wilhelmshaven

Eintritt

Der Besuch dieser Veranstaltung ist kostenlos. Voraussetzung ist eine ausreichende Teilnehmerzahl; bitte melden Sie sich bis zum 05.02.2019 an!

Erreichbarkeit

Veranstaltungsort

Volkshochschule und Musikschule Wilhelmshaven
Virchowstraße 29
26382 Wilhelmshaven

Veranstalter

Volkshochschule und Musikschule Wilhelmshaven
Virchowstraße 29
26382 Wilhelmshaven

Telefon: 0 44 21 / 16 40 00
Fax: 0 44 21 / 16 40 99
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