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Pressearchiv Februar 2008 - Achtung: Die Inhalte sind ggfs. nicht mehr aktuell!

zurückBrief der Ärzteinitiative an die Ratsvertreter

Die Ärzteinitiative hat sich mit einem offenen Brief an die Mitglieder des Rates der Stadt Wilhelmshaven gewandt und addiert darin mittlerweile 5 Kohlekraftwerke zu einer Gesamtleistung von über 4.000 MW. Vor dem Hintergrund einer behaupteten gesundheitlichen Gefährdung werden die Ratsvertreter gebeten, den Plänen nicht zuzustimmen. Inzwischen hat der Rat der Stadt Wilhelmshaven mit einer großen Mehrheit dem Entwurfsbeschluss zum Bebauungsplan 220 (E-ON) zugestimmt. Über den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan 212 (Electrabel) wird der Rat am kommenden Mittwoch fassen.

Vor diesem Hintergrund weist die Stadt Wilhelmshaven die Bevölkerung noch einmal darauf hin, dass sich durch die neue Bebauung und Nutzung im Rüstersieler Groden das Mikroklima lokal leicht verändern wird, dieses aber keinen Einfluss auf das Klima in der Stadt und Region haben wird. Nach den vorliegenden Untersuchungen werden keine Überschreitungen der Richt- bzw. Beurteilungswerte durch eine Schadstoff-Luftbelastung eintreten. Bezüglich der Gesamtbelastung durch Immissionen ist davon auszugehen, dass die untersuchten Lärmimmissionen und Luftschadstoffe außerhalb des Betriebsgeländes der Kohlekraft-Anlagen die zulässigen Grenzen im gesamten Untersuchungsgebiet wie auch in den benachbarten Wohngebieten einhalten werden. Eine Belastung durch toxisch bedenkliche Schadstoffe kann ausgeschlossen werden. Eine Gesundheitsgefährdung ist selbst bei einer Realisierung aller bau- und immissionsrechtlich möglichen Vorhaben ausgeschlossen.

Es geht in der aktuellen Bauleitplanung um die Ansiedlung eines neuen Kohlekraftwerks von Electrabel für 800 MW bei einem Nettowirkungsgrad von 46%. Der CO 2-Ausstoß wird im Vergleich zu den bisherigen Kraftwerken dieser Leistung um 21% reduziert werden. Das sind 900.000 t Kohlendioxid weniger im Jahr. Wenn dann E.on seine Pläne für ein modernes Kraftwerk verwirklicht, wird sein jetziges Kraftwerk zeitversetzt stillgelegt. Das jetzige Kraftwerk ist seit seiner Errichtung laufend verbessert worden – im Wirkungsgrad ebenso wie bei der Schadstoff-Reduktion. Das geplante neue E.on-Werk ist für 500 MW ausgelegt und wird einen Wirkungsrad von > 50% haben – es wäre dann weltweit das erste Kohlekraftwerk mit diesem hohen Wirkungsgrad und damit einzigartig.

Für weitere Ausbauten, die im Rahmen der ökologisch verantwortlichen gesetzlichen Festsetzungen möglich wären, bestehen nur Optionen. Das bleibt also noch offen. Auch schreitet die Technik zur Vermeidung von Schadstoffen fort, um beispielsweise die Rauchgase abzuscheiden und Stäube abzutrennen. Electrabel und E.on haben sich auf dem Groden bereits ein Gelände reserviert für eine mögliche CO2-Abscheidung. Im Partnerschaftsvertrag mit der Stadt ist vereinbart, das jeweils technisch Machbare umzusetzen.

 

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