Stadt Wilhelmshaven

21.08.2017

10.00

Uhr

Sonderausstellung

"Mit Schwert und Talar. Drei Pastoren zwischen Kirche und Marine"

Schwert und Talar, Staat und Kirche, Gehorsam und Glauben – um das Spannungsverhältnis dieser Begriffe dreht sich eine Gemeinschaftsausstellung der Christus- und Garnisonkirche mit dem Deutschen Marinemuseum in Wilhelmshaven. Sie untersucht das Verhältnis von Kirche und Militär am Beispiel von drei Geistlichen aus der kriegerischen ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Friedrich Ronneberger, Ludwig Müller und Martin Niemöller. Diese waren der Marine und Wilhelmshaven verbunden und prägten die evangelische Kirche und die Militärseelsorge auf ganz unterschiedliche Weise. Die Ausstellung untersucht ihr Leben, ihr Handeln und ihre Theologie. Sie ist vom 21. Mai bis zum 31. Oktober 2017 in beiden Einrichtungen zu sehen.

Die Ausstellung knüpft zeitlich an die Reformation an, denn bereits zu Luthers Lebzeiten werden die Weichen für die Nähe der evangelischen Kirche zum Staat gestellt. Der inhaltliche Schwerpunkt aber liegt auf dem 20. Jahrhundert und der Darstellung der drei Biographien, deren Gemeinsamkeit in ihrem Bezug zu Wilhelmshaven und der Marine liegt, die aber gleichwohl jede für eine andere Glaubensausprägung stehen. Ludwig Müller wirkte als Pfarrer an der Wilhelmshavener Garnisonkirche und prägte diese in den frühen 1920er Jahren. Mit Beginn des Nationalsozialismus wird er von der NSDAP als Reichsbischof installiert und soll die Gleichschaltung der Kirche vorantreiben. Er ist Vertreter für die Bewegung der „Deutschen Christen“, die die NS-Ideologie in der Kirche durchsetzen wollen. Hiergegen wendet sich die „Bekennende Kirche“, zu deren führenden Köpfen der ehemalige U-Bootkommandant Martin Niemöller zählt.

Trotz seiner Nähe zum Nationalsozialismus ist Müller rasch isoliert und stirbt unter ungeklärten Umständen zum Kriegsende in Berlin. Martin Niemöller hingegen überlebt die Haft im Konzentrationslager als persönlicher Gefangener Hitlers und spielt eine wichtige Rolle bei der Neuausrichtung der evangelischen Kirche nach dem Zweiten Weltkrieg.

Auch Friedrich Ronneberger wirkt in der gesamten Zeitspanne vom Ersten Weltkrieg bis in die frühe Bundesrepublik an der Wilhelmshavener Garnisonkirche, die er wie kein Zweiter prägt. Er wird zur führenden Persönlichkeit in der evangelischen Marineseelsorge und prägt diese durch alle Epochen hinweg, auch durch seine persönliche Nähe zum Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Großadmiral Erich Raeder.

Die Ausstellung ist der vorläufige Höhepunkt einer seit Jahren bestehenden Kooperation der beiden Institutionen. So beteiligt sich das Museum regelmäßig seit 2007 an den erfolgreichen Passionspunkten der Christus- und Garnisonkirche, sowohl im Museum als auch an ausgewählten historischen Orten in Wilhelmshaven. Seit 2011 untersuchen beide Einrichtungen zum Reformationstag das Spannungsverhältnis von Kirche und Krieg. Weitere Kooperationen wie eine Gedenkveranstaltung zum Kriegsende 1945 oder zum Erinnern und Mahnen an den Ersten Weltkrieg illustrieren die enge Verbindung.

Das Deutsche Marinemuseum liegt im touristischen Zentrum Wilhelmshavens am Südstrand 125 und hat täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Die Christus- und Garnisonkirche liegt in fußläufiger Entfernung zum ZOB und Hauptbahnhof am Kirchplatz 2 und ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet.


Beginn

21.08.2017, 10:00 Uhr, Wilhelmshaven

Erreichbarkeit

Veranstaltungsort

Deutsches Marinemuseum
Ausstellung
Südstrand 125
26382 Wilhelmshaven
Christus- und Garnisonkirche
Kirche
Am Kirchplatz 1
26382 Wilhelmshaven

Veranstalter

Deutsches Marinemuseum
Südstrand 125
26382 Wilhelmshaven
Telefon: 0 4421-400 84 0
info@marinemuseum.de
www.marinemuseum.de